📘 Aus Daisys Tagebuch – zweiter Eintrag

Ich hab viel über die Frage nachgedacht, und hier ist die Antwort: Die Kleinen machen es uns leichter als die großen.

Warum Kinder besser zu dressieren sind als Erwachsene

Die kleinen Menschen – sogenannte „Kinder“ – sind faszinierend. Sie riechen nach Keks, werfen Spielzeug und geben regelmäßig Dinge von sich, die ich als Lob interpretiere: „Miez, Miez!“, „Süüüüß!“ oder „Haha! sie hat gepupst!“ – als wäre das was besonderes. Dabei hab ich die beiden auch schon pupsen hören und drüber gelacht.

Cool, wie sie reagieren. Werfe ich mich dramatisch auf den Rücken und strecke alle Pfoten von mir, quietschen sie vor Begeisterung. Sie holen Kissen, bauen Höhlen und kraulen ausdauernd. Herrlich.

Erwachsene dagegen… sind mühsam. Sie ignorieren klare Signale wie ein demonstratives Schwanzwedeln, ein genervtes Gähnen oder sogar einen gezielten Pfoten-Klaps. Statt zu reagieren, murmeln sie: „Lass die Katze mal in Ruhe.“ Ha! Als ob ich Ruhe wollte. Ich will Aufmerksamkeit. Und Thunfisch.

Nie hab ich meine Hoffnung aufgegeben. Erziehung ist ein Langzeitprojekt. Ich trainiere täglich: durch gezieltes Anstarren beim Essen, durch das geschickte Platzieren meines Körpers auf warmen Laptops oder frisch gewaschenen Pullovern. Manchmal gelingt mir ein Durchbruch – ein spontaner Leckerbissen, ein freigeräumter Platz auf dem Sofa.

Geduld ist eine meiner Stärken. Und wehe, jemand behauptet das Gegenteil. Ich schnurre jetzt demonstrativ.

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