Liebe Leser! Ich grüße Euch.
Lucy hatte mich zwar schon vorgestellt, aber ich mache es noch mal. Ich bin Franky. Einer, der nichts im Leben auslässt, was ein bisschen abenteuerlich ist. „Filou“ sagen meine Zweibeiner zu mir.
Ich wohne bei einem älteren Pärchen, aber nicht allein. Als ich hier ankam, war schon eine Mieze da. Sie heißt Cindy und spielt sich auf wie eine Chefin. Na gut, sie ist älter, aber ich find das zum Kotzen, wenn sich jemand einbildet, was Besseres zu sein. Die hat nämlich auch ihre Fehler. Herrchen sagt zu ihr immer Schisser-Trine, weil sie vor allem schiss hat, was Spaß macht. Nur Vögel fängt das Luder und legt sie dann zermatscht auf der Terrasse bei unseren Menschen ab.
Manchmal sind wir aber auch ein Klasse Team und lernen voneinander. Das hat sich gestern Abend wieder gezeigt. Wir beide haben was ausgeheckt, worüber Frauchen und Herrchen ziemlich erschrocken – und bestimmt auch ein bisschen sauer – waren. Am besten beginne ich von vorne.
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Die beiden waren mit ihrem super schicken Auto wieder mal einkaufen gefahren. In den Körben, die sie reingeschleppt hatten, waren viele leckere Sachen drin, nur leider nichts für uns. Fürs Abendbrot hatte Frauchen einen riesigen Teller mit lauter leckeren Scheibchen auf den Tisch gestellt, zu denen sie „Aufschnitt“ sagte.
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Dann passierte was Merkwürdiges: Sie vergaß, dass die beiden Abendbrot essen wollten, weil dieses komische Ding klingelte, zu dem die Menschen „Telefon“ sagen. Wenn das klingelt, vergessen die alles. Sogar ihren Kopf würden die vergessen, wenn der nicht angewachsen wäre.
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Das war unsere Gelegenheit, auf die wir ehrlich gesagt schon ein bisschen gewartet hatten. Ich sprang auf den Tisch und wollte mir so ein Scheibchen krallen, um es dann unter dem Tisch in Ruhe zu verspeisen. Doch was war das: Cindy hielt mich zurück und sagte: „Franky, sei doch nicht so gefräßig. Die beiden machen alles für uns, damit es uns gut geht. Da können wir doch nicht so egoistisch sein…“
„… Keine Angst; wir nehmen uns schon unseren Teil, aber ein bisschen vorsichtiger, damit es nicht so auffällt. Wie wäre es denn, wenn wir uns das nehmen, was außen dran ist und den Menschen die Innenstücke lassen?“
Ich war einverstanden, und so bedienten wir uns. Satt und zufrieden lagen wir nach dem köstlichen Mal auf unseren Lieblingsplätzen.
🛏️
Auf einmal weckte mich Cindy und war wie in Panik: „Du, ich glaube, es gibt Ärger.“ Frauchen hat Herrchen gerade ziemlich aufgeregt erzählt, dass wir von ihrem Abendbrot die ganzen Ränder weggefressen haben. „Ich verdrücke mich am besten in den Bettkasten… Kommst Du mit?“
🐱🏍
Ich überlegte und sagte: „Nein, ich halte es für besser, das Weite zu suchen. Die Terrassentür ist auf, und über den Zaun bin ich schnell gesprungen. Vielleicht treffe ich Lucy, die weiß vielleicht Rat.“ So kam es, dass sie mir die Chance gab, Euch als meine Leser kennenzulernen.
Kleines Nachwort:
Am nächsten Tag war alles wie immer. Niemand schimpfte oder bestrafte uns. Warum auch; schließlich waren die Zweibeiner selbst schuld. Warum haben sie nicht aufgepasst? Sie quatscht am Telefon, er baut am Auto rum. Beide haben vergessen, dass wir Hunger haben und sie auch essen wollten. Na ja, was soll’s: Für uns war es ein Fest, und ich weiß jetzt schon; die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Auch dann, wenn die beiden sich fest vorgenommen haben, jetzt immer auf ihr Essen aufzupassen.
