Hallo Liebe Leser und Hörer!
Ich heiße Trixi und lebe mit zwei lieben Menschen in einem gemütlichen kleinen Häuschen mit Garten. Mit anderen Miezen komme ich kaum zusammen, weil ich nicht über den Zaun springen kann. Wenn mal eine vorbeikommt, geht sie meistens weiter.
Eine besonders neugierige Mieze scheint sich aber für mich zu interessieren. Das Fräulein Neugier heißt Lucy und ist eine kurzhaarige Hauskatze, wie man sie vom Bauernhof kennt. Lucy hatte von der Streichelstunde gehört, wo ich mit Herrchen und Frauchen war. Als sie mich fragte: „Durftest Du da bloß hingehen, weil Du eine Siamkatze bist?“, konnte ich ihr die Frage nicht beantworten, aber ich bat sie zu bleiben. Schließlich kommt es nicht jeden Tag vor, dass mit mir jemand reden will.
Lucy lächelte, setzte sich zu mir an den Zaun und bat mich, ihr meine Geschichte zu erzählen. Sie war hin und weg vor Begeisterung. Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich sie nun auch Euch erzählen möchte.
Der große Tag
Noch nie in meinem Leben war ich so aufgeregt gewesen. Als Herrchen mich in diesen Korb mit der Gittertür setzte, dachte ich, der blöde Doktor will mich schon wieder massakrieren. Doch es ging wo anders lang, und die Autofahrt war länger als sonst.
Das Haus, wo wir ausgestiegen sind, war viel größer als das vom Doktor. In dem großen Flur standen viele Stühle und Tische mit was zum Trinken und zum Knabbern. Viele kleine und große Menschen saßen da und waren genau so aufgeregt wie ich. Manche Menschen saßen in großen Stühlen mit Rädern dran. Ich glaube, die waren schon ziemlich alt.
Dann kamen noch zwei Menschen mit Hunden an einer Leine. Ich kriegte auch eine an mein Halsband geknipst. Frauchen streichelte mich und sagte: „du kannst ja nicht durch das ganze große Krankenhaus laufen. Was, wenn wir Dich nicht wiederfinden?“ Das verstand ich und ging artig neben ihr her. Alle durften uns Vierbeiner streicheln. Manche wollten uns gar nicht mehr weg lassen, weil sie sich so gefreut haben.
Ich habe gemerkt: Die kleinen streicheln anders als die großen. Sie sind manchmal nicht gerade zärtlich mit uns. So ein kleiner Lockenkopf hat mir am Schwanz gezogen. Da musste ich ihn warnen, damit er so was nicht noch mal macht. Ich habe miaut und gefaucht, aber gekratzt habe ich ihn nicht.
Ein niedliches Pummelchen mit Zöpfen wollte mir ihre Puppensachen anziehen, aber da ist die Mama dazwischen gegangen. Dann hat die Kleine mit mir geschmust. Ich habe geschnurrt und ihr das Händchen geleckt. Als Frauchen mich zu einem anderen kleinen Jungen geführt hat, gab es tränen, weil er mich mit in sein Bettchen nehmen wollte und nicht durfte. Wieder andere Kinder wollten mich mit Keksen füttern, aber ich nehme nun mal nicht alles, und auch nicht von jedem.
Die großen da in dem Krankenhaus sind alle lieb. Sie kraulen mich, sprechen mit mir und streicheln mich da, wo ich es gernhabe. Ich danke es ihnen mit schnurren und gurren. Eine Omi hat mir erzählt, wie glücklich sie war, als sie noch eine Mieze hatte.
Irgendwann war die Streichelstunde zu Ende. Eigentlich war ich froh, dass es wieder heim ging. Denn für diesen Tag reichten mir die Streicheleinheiten. Jetzt wollte ich nur noch meine Ruhe, mir zuhause den Bauch voll hauen und mich in meinen schönen Liegestuhl legen, den Frauchen extra für mich hingestellt hatte.
Auf meinem Lieblingsplatz angekommen, dachte ich noch einmal über alles erlebte nach und wusste, dass Lucy mich zur nächsten Streichelstunde unbedingt begleiten soll. Denn sie ist eine der liebsten Hausmiezen, die ich kenne.
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