Hallo, Mein Name ist Ilka. Ich bin eine langhaarige Mieze und lebe mit einem ziemlich alten Mütterchen in einer Wohnung, die wie ich finde, viel zu klein für mich ist. Als sie mich abholte, sagten die Menschen, bei denen ich groß geworden bin, ich sei eine Perser-Katze.
💕 Mein Frauchen ist lieb zu mir. Darum sitze ich oft auf ihrem Schoß und lasse mich streicheln. Manchmal muss ich mich aber auch über sie ärgern, und dann könnte ich sie verfluchen.
Gestern war es auch so, ihr fiel eine Dummheit nach der anderen ein. Irgendwann hat es mir dann so richtig gereicht, und ich habe es ihr heimgehzahlt.
📖 Wie alles begann
Schon am frühen Morgen ging es los: Frauchen kam mit einem komischen Ding an, zu dem sie Kamm gesagt hat. Ich war noch gar nicht richtig wach, da nahm sie mich auf den Schoß und harkte damit durch mein Fell. Das ziepte und tat weh. Ich miaute, fauchte und wollte ihr ordentlich eine verpassen. Doch sie hielt mir die Pfoten zusammen, sodass ich mich nicht bewegen konnte.
Sagt mal ehrlich, meine Freunde: Macht das jemand, der seine Miezekatze liebhat? Ist denn die alte Schachtel noch richtig im Kopf? Manchmal muss ich wirklich zweifeln.
Irgendwann hat sie dann damit aufgehört und mich gestreichelt und geschmeichelt, was ich doch jetzt wieder für eine schöne Katze bin. Als „Königin“ hat sie mich bezeichnet. Ich bekam Leckerlis und dann mein Lieblingsessen. 🐟
Na gut, vielleicht hätte ich ihr verziehen, wenn das alles gewesen wäre. Doch das war es nicht. Sie steckte mich in diese scheußliche Kiste mit der Tür dran und sperrte mich da ein. Ich wusste genau, was das heißt: Wieder mal zum Doktor, der nicht gerade zu meinen Freunden gehört. Ich hatte richtig geraten. Wieder mal gab es Spritzen, und ich musste ekliges Zeug schlucken. Gegen Würmer hat er gesagt. 🧴
Als wir wieder zu Hause waren dachte ich, Frauchen hätte jetzt Zeit zum Schmusen. Pustekuchen! Sie zog sich an, nahm ihren protzigen Hut 🎩 und verschwand. Da ist mir die Sicherung durchgebrannt. Was fiel der alten Hexe ein. Erst diese ganzen Torturen, und jetzt überlässt sie mich meinem Schicksal? Das darf ich mir nicht gefallen lassen.
🐾 Wie ich mich revanchierte
Ich fing an nachzudenken. Eine Idee musste her. So was kommt mir Am besten im Bad auf meinem Lieblingsplatz. Da steht so ein Kasten, der so komisch rumpelt und sich manchmal sogar dreht. Oft steht das Ding aber auch still. Dann mache ich es mir darauf bequem. Frauchen sagt dazu „Waschmaschine“. Da hat sie oben so ein Fellchen drübergezogen, das ist schön weich.
Oh je, was jetzt. Ich muss mal pinkeln, hab aber gar keine Lust aufzustehen. Wow! Das ist die Idee. Ich lass es einfach laufen. Vielleicht ärgert sich mein Frauchen darüber ein bisschen. Dann weiß sie mal, wie ich mich fühle, wenn man mich erst piesackt und dann so tut, als würde es mich nicht geben.
Pfui! Das ist aber gar nicht mehr schön. Mein schönes Plätzchen ist nass geworden. Jetzt aber nichts wie weg, ins Trockene. Am besten in Frauchens Bett.
Oh je, Frauchen kommt wieder. Sie geht ins Bad, sie schreit, sie heult. Habe ich ihr jetzt weh getan? Ich glaube ja. Sie stürzt in ihr Schlafstübchen, packt mich, schüttelt mich und meckert wie eine alte Zicke. Jetzt schafft sie mich auf mein Klo und sperrt mich im Bad ein.
😿 Wie ich den Frieden suchte
Ich glaube, was ich gemacht hab war nicht richtig. Was, wenn ich jetzt kein Futter mehr kriege und sie mich nie wieder liebhat. Keine Leckerlis mehr, keine Streicheleinheiten mehr. Habe ich gerade das angefangen, wozu di Menschen „Krieg“ sagen? Nein! Krieg ist nicht das, was ich will; Frieden ist schöner, aber wie soll ich den wiederherstellen?
Es dauert ewig lange, bis sie mich wieder rausholt. Ich streiche ihr um die Beine und werfe meinen Motor an. Ich weiß, dass sie nichts mehr liebt als das Schnurren ihrer Miezekatze. 😻 Mein Einkratzen hat geholfen. Sie nimmt mich hoch und knuddelt mich. Ich glaube, es ist alles wieder gut. Ich kriege lecker zu fressen, dann gehen wir in die gute Stube und schauen in diesen Kasten, aus dem immer so lustige Bilder kommen. Manchmal sind auch Hunde und Katzen dabei.
Vielleicht gehen wir morgen wieder spazieren? Ich muss zwar an der Leine laufen, aber nur, weil Frauchen Angst um mich hat. Ich weiß noch, wie wir einmal im Park eine Siamkatze getroffen haben. Die hat mir erzählt, dass ihre Freundin auf die Straße gelaufen ist. Da kam ein Auto und hat sie totgefahren. Das kann mir nicht passieren, weil die Leine mich beschützt.
Später liege ich auf Frauchens Bauch. Bevor ich einschlafe, denke ich noch über diesen Horror-Tag nach und sage mir: „Ende gut, alles gut.“
Hm. Irgendwie funktioniert das nicht so richtig mit dem Einschlafen. Wahrscheinlich geht mir dieser Tag noch durch den Kopf. Vielleicht sollte ich etwas herum stromern, damit ich müde werde und die ganze Aufregung vergesse? Schauen wir mal, was es zu entdecken gibt.
📖 Eine interessante Entdeckung
Psst … ich habe was entdeckt. Als mein Frauchen ins Bett gegangen ist, hat sie dieses Heft auf dem Tisch liegen gelassen. Ich muss doch mal rein schnuppern. Tut mir leid, dass ich neugierig bin, aber ich habe eine Ahnung, der ich nachgehen muss. Tatsächlich, da steht was über mich drin. Ich zitiere:
Heute hat mich meine kleine Ilka ziemlich auf Trab gehalten. Dabei fing alles harmlos an: ein wenig Fellpflege am Morgen, ein kleiner Tierarztbesuch – nichts, was nicht zum Leben einer verwöhnten Miezekatze dazugehören sollte. Doch Ilka sah das offenbar ganz anders.
Ich weiß nicht, was mir mehr in Erinnerung bleiben wird: ihr beleidigter Blick, als wir wieder zu Hause waren, oder das Malheur auf der Waschmaschine. Manchmal frage ich mich, wer hier eigentlich wen erzieht.
Aber dann dieses zaghafte Schnurren, die vorsichtige Annäherung, der Versuch, Frieden zu schließen – all das hat mir wieder gezeigt, wie sensibel Katzen doch sind. Und wie sehr sie uns Menschen brauchen, auch wenn sie es selten zugeben.
Heute Abend liegen wir wieder gemeinsam auf dem Sofa. Ilka schnurrt, ich kraule sie vorsichtig hinter dem Ohr. Ich glaube, wir haben uns beide einiges zu vergeben – aber vor allem ganz viel lieb.
Ja, ich habe sie ebenso lieb wie sie mich; trotz alle dem. Mit diesem Gedanken in meinem kleinen Hirn gehe ich zurück in ihr weiches Bettchen und kuschele mich bei ihr ein. „Gute Nacht, mein bester Mensch den es gibt. Morgen ist ein neuer Tag.“
